DAS ORGELABENTEUER 2010 ging erfolgreich zu Ende
Der fünftägige Orgelmarathon mit dem Dresdner Frauenkirchenkantor Matthias Grünert hat mehr als 10.000 Musikliebhaber angelockt. Wie ein Sprecher des Vereins Kirchenklang am Dienstag sagte, ging die ungewöhnliche Konzertreihe am Montag in der voll besetzten St. Georgenkirche in Schwarzenberg zu Ende. Mit 42 Konzerten in der Region um Hartenstein, Niederschöna, Oederan und Seiffen, bei denen über 200 unterschiedliche Kompositionen erklangen, hatte Grünert auf die Orgellandschaft des Erzgebirges aufmerksam gemacht.
Er habe mit seinen Konzerten zahlreiche neue Anhänger insbesondere für die Musik Johann Sebastian Bachs gewonnen, hieß es. Zu den Höhepunkten der vom Verein Kirchenklang organisierten Tour hätten die Konzerte auf den Silbermannorgeln in Freiberg, Frankenstein und Zöblitz sowie der Besuch der Großolbersdorfer Orgelbaufirma Wünning gezählt. Danach habe Grünert auf einem Wünning-Instrument in der nahe gelegenen Dorfkirche gespielt. An den verschiedenen Stationen hatte sich laut Grünert kein Orgelstück wiederholt.
Die Tour hatte am 12. August in der Freiberger St.-Petri-Kirche begonnen. Grünert sagte nach dem Orgelmarathon, er habe eine der intaktesten deutschen Orgellandschaften kennen und lieben gelernt. Der Orgelmarathon wurde den Angaben zufolge am Montag in Zschopau als erfolgreiches Projekt im Rahmen des Bundeswettbewerbs «Deutschland - Land der Ideen» ausgezeichnet. Die Orgel-Reihe mit Matthias Grünert begann 2004 im Eichsfeld. Grünert wurde 2004 als erster Kantor der Dresdner Frauenkirche berufen und trat am 1. Januar 2005 dieses Amt an.
ddp

Freie Presse 14.8.2010
Ein Konzertmarathon verbindet Menschen durch Orgelmusik
Orgelklänge im Erzgebirge
Seit 2005 hat das wiedervereinigte Deutschland ein neues Monument: Die mit Akribie wiederaufgebaute Dresdner Frauenkirche. Matthias Grünert ist in seiner Funktion als ihr erster Kantor natürlich der Kirchenmusik verbunden. Weit darüber hinaus macht er sich seit Jahren stark für das vergessene Kulturgut Orgel. Sein Hauptanliegen ist es, das sakrale Instrument als uraltes, Menschen verbindendes und Frieden stiftendes Element wieder ins Zentrum der gesellschaftlichen Wahrnehmung zu rücken. Ein Freundeskreis, dem die Orgel ebenso am Herzen liegt und der schon viele Jahre lang die Idee eines „OrgelMarathons" verfolgt hatte, sah im Jahre 2003 im Zusammentreffen mit Grünert die Möglichkeit, seinen ambitionierten Plan zu verwirklichen. Mit seiner unkomplizierten Art und seinem künstlerischen Charisma erwies sich Matthias Grünert als geeigneter Protagonist, ein solches Kunstabenteuer gemeinsam mit dem Verein „Kirchenklang e.V." zu stemmen. Seither werden nun alljährlich Mammut-Konzerte mit dem Kantor der Frauenkirche durchgeführt. Und zwar, um die musikkulturelle Vielfalt Deutschlands zu dokumentieren, stets in einer anderen Region. Mehrere Tage lang erklingen dann anspruchsvolle Orgelwerke alter und neuer Meister, wobei keines der Stücke doppelt gespielt wird. Premiere war vor sieben Jahren im Eichsfeld, es folgten u.a. Oberfranken, das Vogtland und Düsseldorf. Jedes der bislang fast 200 dabei eingesetzten Instrumente ist ein Unikat mit historischem Hintergrund.
Der Musiker „tourt" während der Konzerttage von Ort zu Ort und setzt sich quasi in stündlichem Rhythmus für etwa 30 Minuten an ein anderes Instrument. Und seine mittlerweile stattliche Fangemeinde „pilgert" ihm im eigens organisierten Reisebus nach.
In diesem Jahr begibt sich Grünert auf seinen bislang umfangreichsten Dauerlauf. 42 halbstündige Konzerte an ebenso vielen Orgeln in Kirchen und Konzertsälen des Erzgebirges stehen auf dem Programm. Schirmherr des „OrgelMarathons 2010" ist der Sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich. Quer durch die Jahrhunderte erklingen dabei die besten Orgeln der Region mit einer breiten Palette namhafter Orgelbauer, darunter acht Silbermann-Orgeln. Zwei davon sind Schwesterorgeln jenes Instruments, das in der alten, 1945 zerstörten Dresdner Frauenkirche erklungen war. Womit sich für den jetzigen Kantor der wiedererrichteten Kirche auf gewisse Weise ein historischer Kreis zu schließen scheint. Der „Orgel-Marathon Erzgebirge 2010" ist „Ausgewählter Ort" im Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen", der von der Deutschen Bank und der Standortinitiative „Deutschland - Land der Ideen" durchgeführt wird. Übrigens: Der Eintritt zu allen Konzerten ist frei.
Welt am Sonntag, 15.8.2010
Orgel plus Landschaft und ein König des Instruments
Frauenkirchenkantor Matthias Grünert absolviert einen Marathon im Erzgebirge - 200 Werke der Orgelliteratur auf einer Tour mit 42 Stationen
Freiberg. Jede Orgel ist eine Landschaft für sich, und Sachsen ist eine Orgellandschaft. Matthias Grünert, Kantor an der Frauenkirche Dresden, hat sich von Freiberg aus auf den Weg gemacht, auf eine fünftägige Marathonstrecke, um die Landschaften, speziell im Erzgebirge, zu erkunden, seinen Zuhörern näher zu bringen. Unterwegs war er seit vergangenem Donnerstag bis zum heutigen Abend, an dem die Tour in der St.-Georgen-Kirche Schwarzenberg endet.
Bei allem, was er wusste und kannte, war er dennoch überrascht, eine derartige Dichte an Bestand gut erhaltener und gepflegter Orgeln vorzufinden. "Hier gibt es gleichsam aller fünf Kilometer Orte mit guten Orgeln, das findet sich nirgendwo in einer anderen Gegend. In kleinsten Dorfkirchen und größeren Städten sind wundervolle Instrumente aus der älteren Zeit, aber auch neuere Orgeln vorhanden, dabei konnte ich in den fünf Tagen nur 42 davon vorstellen, viele konnten darüber hinaus beim Orgelmarathon gar nicht berücksichtigt werden", erklärte der Organist.
Allein in Freiberg, wo er die Reise begann, erklang nur die Silbermannorgel der St. Petrikirche, drei weitere Instrumente des Großmeisters des Orgelbaus gibt es in der Bergstadt. Und im Umkreis von etwa 30 Kilometern spielte er während seiner Marathontour Silbermannorgeln in Niederschöna, Frankenstein, Oederan, Zöblitz, Helbigsdorf, Großhartmannsdorf und Forchheim.
Silbermanns Direkt-Schüler wie Adam Gottfried Oehme und Johann Georg Schön haben Orgeln hinterlassen, die nicht weniger entzücken konnten -beispielsweise jene in der kleinen schmuckvollen Dorfkirche in Cämmerswalde bei Sayda. Nachfolger im sächsischen Orgelbau wie die Dresdner Firma Eule oder die Bautzener Werkstatt Eule haben sich an Silbermanns Klangbild und Bauweise orientiert, eine Vielzahl ihrer Instrumente prägt die Orgellandschaft im Erzgebirge mit. Nicht weniger bedeutend ist die pflegende, restaurierende Arbeit dieser Firmen, die den Bestand erhält.
Georg Wünning in Großolbersdorf bei Zschopau sieht sich noch heute in der Tradition Silbermanns, seine Firma war eine gastgebende Station während des Orgelmarathons. Anschließend konnten sich die Gäste der Tour gleich nebenan in der Großolbersdorfer Kirche von diesem Konzept aus Tradition und Erneuerung überzeugen. Matthias Grünert stellte die 2000 von Wünning neu erbaute Orgel mit einem reinen Bachprogramm vor.
Wo sich dann ein reichliches Jahrhundert nach Silbermann auch im Erzgebirge die neuen Klangbilder der Romantik verbreiteten, waren wieder auch Jehmlich und Eule am Werk, aber auch von weiter her wurden Firmen mit Orgel-Neubauten beauftragt wie in der St. Annen-Kirche Annaberg, wo die Firma Walcker aus dem württembergischen Ludwigsburg eine der größten Orgeln des Erzgebirges erbaute.
Der Marathon ging quer durch die Landschaft und ebenso quer durch Stilepochen des Instrumentenbaus und entsprechend auch der Orgelmusik. Will man der sportlichen Begriffsanleihe folgen, so ist Grünerts Leistung in diesen fünf Tagen gewiss auch rein physisch eine erstaunliche Leistung. Von einem Ort zum anderen, kaum Pausen zwischendrin, von vormittags bis in den späten Abend - wahrlich eine Tour.
Die angegriffene Redensart von der "Königin der Instrumente" wäre hier in Abwandlung brauchbar: Grünert erwies sich als König des Instruments. Und das auch in derartig lockeren "Sprüngen", die innerhalb einer Stunde von der Silbermannorgel mit einem Bachprogramm in Freiberg zur Euleorgel in Conradsdorf mitten hinein in die Romantik und von da gleich wieder zu Bach in Niederschöna führten.
Mehr als 200 Werke der Orgelliteratur hatte Grünert für den Marathon mit seinen 42 Stationen ausgewählt, keins davon erklang zweimal, eine phänomenale Leistung. Der Organist hinterließ immer den Eindruck, sich sehr subtil auf Werk, Instrument und Raum einzustellen und nie eine äußerliche Orgel-Demonstration abzuliefern. Selbst dort, wo er noch nie gespielt hatte und das Instrument nur von der "Papierform", der Disposition, her kannte, war er auf Interpretation aus.
Grünert ist gelungen, was er vor hatte - auf den Reichtum des Erzgebirges an wundervollen Orgeln und schönen Kirchen aufmerksam zu machen. Das für Orgelkonzerte ungewöhnlich große Publikumsinteresse überall gibt ihm Recht.
Von Reinhold Lindner Erschienen am 16.08.2010 Freie Presse Gesamtausgabe
Ein Saydaer Orgelwein am Start
Frauenkirchen-Kantor Matthias Grünert stößt mit Orgelmarathon auf große Resonanz
VON REINHOLD LINDNER
Freiberg. Matthias Grünerts Orgelmarathon durch das Erzgebirge geht heute auf die letzte Etappe. Der Kantor der Frauenkirche Dresden, der an fünf Tagen an 42 Standorten Orgeln erklingen lässt, war mit seinem Mammutprogramm am Wochenende vorwiegend in Kirchen Mittelsachsens unterwegs. Er spielte dabei auch mehrmals Instrumente des Freiberger Orgelbauers Gottfried Silbermann und seiner Nachfolger, gestern unter anderen in Helbigsdorf und Großhartmannsdorf.
Dabei erklangen auch Orgeln, die sonst nicht im Mittelpunkt von Konzerten stehen, wie am Sonnabendvormittag die in der Kirche zu Cämmerswalde. Das von dem Silbermannschüler Adam Gottfried Oehme 1767 vollendete Instrument, die schöne barocke Dorfkirche und der Name des Organisten lockten viele Besucher an. Wie auch in den anderen Orten war das Konzert Grünerts sehr gut besucht. Der Organist, der in Cämmerswalde noch nie gespielt hatte, war sehr angetan von dem charaktervollen Klang des Instruments. Er bekannte, dass ihn die Dichte sehr gut gepflegter Orgeln hier im Erzgebirge doch ziemlich überrascht habe.
Mit einem zünftigen Kollegengruß hatte Kantor Christian Domke den Gast in Cämmerswalde begrüßt und als besonderes Präsent einen Saydaer Orgelwein überreicht, nicht ohne den Hintergedanken einer Einladung nach Sayda. Dort wird die Orgel der Stadtkirche gegenwärtig von der Dresdner Orgelbaufirma Jehmlich restauriert, und die Extra-Weinedition für Sayda dient der Finanzierung.
Im Oktober wird die seltene Jeheberorgel wieder eingeweiht, Matthias Grünert nahm die Einladung zu einem Konzert in Sayda gern an. Und als er zum Abschluss des Konzerts Bachs Präludium und Fuge C-Dur, Werkeverzeichnis 547, gespielt hatte, stimmten beide Kantoren auf der Orgelempore das Thema der Fuge nochmal an, für das Christian Domke zum Scherz den alten Organistentext zitierte: Zieh doch mal die Rotweinflasche raus! Es war allerdings ein Weißburgunder in der Flasche, die er überreichte.
Der Orgelmarathon verlief bisher in bester Stimmung, auch wenn der Organist anschließend in Neuhausen deutlich auf die Uhr zeigen musste. Das Zeitlimit für die Konzertreihe ist knapp gehalten, die Umleitung nach Cämmerswalde hatte alle Reserven gleich aufgebraucht, und in Seiffen warteten schon wieder die Zuhörer auf die nächste Orgelvorführung.
Matthias Grünert lässt es sich nicht nehmen, mit der Konzertreihe trotz der Begrenzung der Spielzeit auf jeweils etwa eine halbe Stunde die Orgeln weitgehend in ihrer eigenen Charakteristik vorzustellen. In Cämmerswalde überraschte er zum Beispiel mit der wundervollen Sinfonia eines unbekannten Komponisten aus dem 18. Jahrhundert, in Neuhausen spielte er auf der Jehmlich-Orgel von 1868 ein Orgelkonzert des Beethoven-Zeitgenossen Johann Christian Rinck. Mit dem 42. Konzert in Schwarzenberg wird heute Abend der Orgelmarathon 2010 beendet. —Seite Kultur: Bericht
Freie Presse 16.8.
Das Orgelabenteuer von Matthias Grünert geht weiter
Besonderer Marathon: Der Kantor der Dresdner Frauenkirche gibt ab heute bis Montag 42 Konzerte
Eine der reichhaltigsten Orgellandschaften Deutschlands ist das Erzgebirge. Beinahe nirgendwo sonst sind so viele historische Orgeln wie hier erhalten. Und einer würde sie am liebsten alle auf einmal spielen: Matthias Grünert. Der Kantor der Dresdner Frauenkirche wird ab heute bis zum Montag 42 Orgeln im Erzgebirge erklingen lassen und setzt damit sein Orgelabenteuer, das 2003 in Thüringen begann, fort. Es wird sein bisher umfangreichster Orgelmarathon. Mit dem Organist, Dirigent und Cembalist sprach Maurice Querner.
Wohin: Herr Grünert, Sie geben bis zu zehn Konzerte pro Tag. Es erklingen mehr als 200 Kompositionen verschiedener Meister. Haben Sie schon mal an einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde gedacht?
Matthias Grünert: Nein, auf diese Idee bin ich noch nicht gekommen. Aber darüber könnte man durchaus nachdenken, zumal ich noch nicht gehört habe, dass es ein ähnliches Ereignis irgendwo auf der Welt gibt.
Wohin: Noch nie war Ihr Orgelmarathon so umfänglich wie in diesem Jahr: Haben S/e nicht ein wenig Angst?
Grünert: Nein. Ich freue mich sehr, auf so vielen schönen Instrumenten spielen zu können. Gleichwohl ist der Marathon schon eine Herausforderung.
Wohin: Ist dies aber nicht furchtbar anstrengend?
Grünert: Körperlich macht das mir keine Mühe. Doch gegen Tagesende lässt die Konzentration nach. Da muss ich mich schon zusammenreißen.
Wohin: Bereiten Sie sich auf den Orgelmarathon speziell vor?
Grünert: Ja, ich übe mehr als sonst. Aber das „Tagesgeschäft" in der Dresdner Frauenkirche trainiert natürlich auch.
Wohin: Der Zeitplan ist ja ziemlich eng, die Konzerte dürfen nicht länger als dreißig Minuten dauern, da muss sicher alles strikt durchgeplant sein.
Grünert: Vereinzelte Verspätungen kann ich nicht ausschließen. Es gibt die eine oder andere Zugabe, die gefordert wird, und im Anschluss an ein Konzert kommt es immer wieder zu netten Gesprächen. Durch die eingeplanten Pausen haben wir aber auch einen Zeitpuffer, der Verzögerungen kompensieren kann.
Wohin: Man muss sicher nicht lange raten, welcher Komponist bei ihrem Ma-rathon zu hören sein wird...Grünert: Bach! Es gibt keinen Komponisten, der für die Orgel so viel und so wertvolle Musik geschrieben hat. Deshalb lieben die Organisten Bach, wie Pianisten wahrscheinlich Mozart oder Beethoven favorisieren. Da, wo es das Instrument zulässt, spiele ich auch Werke von Komponisten wie Girolamo Frescobaldi oder Jan Pieterszoon Sweelinc aus dem Barock oder Frühbarock. Das habe ich beispielsweise in Lippersdorf vor, wo es noch eine Orgel von 1670 gibt.
Wohin: Sie sind noch keine 40 Jahre alt, woher kommt ihre Liebe zu einem solch alten Instrument?
Grünert: Mein Vater war Kirchenmusiker. Und so durfte ich früh die Orgel als Instrument kennenlernen.
Wohin: Der Orgelmarathon (früher Orgelarena) wird jedes Jahr beliebter...
Grünert: Ja, das freut mich sehr. Wir haben in diesem Jahr für die Fans erstmals einen großen Bus im Einsatz, damit der Autokorso nicht zu lang wird. Und vor Ort kommen auch immer mehr Menschen, was sicher auch dem Event-Charakter des Orgelmarathons zuzuschreiben ist. Selbst an Heiligabend sind manche Kirchen nicht so voll wie beim Kirchenmarathon, haben mir Pfarrer verraten. Nun ja, es gibt auch einige, die wollen nur sehn, ob ich durchhalte oder nicht...
Freizeitmagazin der Freien Presse 12. bis 18. August
Ein OrgelMarathon, der begeisterte
Frauenkirchenkantor Matthias Grünert spielt sich in Hochform
Zschopau. Am Montagmittag startete der Kantor der Dresdner Frauenkirche, Matthias Grünert, in der St. Martin-Kirche Zschopau zur 36. Etappe des „Orgel-Marathons Erzgebirge 2010". Sie führte ihn bis zum Abend an die Orgeln in Lengefeld, Großrückerswalde, Annaberg und Crottendorf und zum Abschlusskonzert in die St. Georgenkirche in Schwarzenberg. Leider musste Station 38, die George-Bähr-Kirche in Forchheim, wegen andauernder Bauarbeiten aus der Liste gestrichen werden. Dafür kamen die Besucher in der Kirche Zum Heiligen Kreuz in Lengefeld in den Genuss eines „Doppelkonzertes", denn Grünert spielte an der Orgel des Silbermann-Schülers Zacharias Flildebrandt nach einem Stück von Josef Gabriel Rheinsberger auch noch die eigentlich für die Silbermann-Orgel in Forchheim gedachten Werke von Johann Sebastian Bach. Bereits in der Vorwoche hatte Grünert von Donnerstag bis Sonntag in 35 Kirchen die Orgeln erklingen lassen - allein am Samstag und Sonntag in jeweils zehn Orten.
Das Konzert von Matthias Grünert in der St. Martin-Kirche in Zschopau war neben der Eröffnung in St. Petri in Freiberg und dem Abschluss in Schwarzenberg ein ganz besonderer Termin. Wurde doch hier der Orgel-Marathon - besonders aber dessen Organisator, der Verein „Kirchenklang e.V." - als einer der 365 ausgewählten Orte 2010 in „Deutschland Land der Ideen" ausgezeichnet. Laudatio und Preisverleihung in der St. Martin-Kirche waren eingebunden in Werke von Johann Sebastian Bach bzw. Dietrich Buxtehude an der Orgel des Silbermann-Zeitgenossen Jacob Oertel. Der Orgel-Marathon ist keine Veranstaltung, die in das Guinness-Buch der Rekorde will. Es erklangen 41 Orgeln in erzgebirgischen Kirchen - große und kleinere, ältere und neuere. Und es war eine erklärte Prämisse von Matthias Grünert, dass er die Auswahl seiner kleinen, etwa 30minütigen Konzerte der jeweiligen Orgel; sinnbildlich auf den Leib schrieb. Der „OrgelMarathon Erzgebirge 2010" wurde durch den Verein Kirchenklang ehrenamtlich und: ohne öffentliche Mittel organisiert. Nach dem jeweiligen Konzert wurde von den Besuchern - darunter vielen Orgelliebhaber! von nah und fern, welche den Marathon im Sonderbus oder im PKW begleiteten - eine Spende erbeten. Diese soll den Gotteshäusern, besonders aber ihren Orgeln zugutekommen. In der St.Marien-Kirche in Zschopau ist es vor allem Sanierungsbedarf im Inneren des Gotteshauses. In Lengefeld geht es um die barocke Hildebrandt-Orgel, die dringend einer umfassenden Rekonstruktion bedarf. Der extra zu diesem Zweck vor sechs Jahren gegründete Förderverein hat bisher x 80.000 Euro an Spendenmitteln eingeworben und will ein sechsstelliges Ergebnis erreichen. Man hofft, mit der Rekonstruktion im kommenden Jahr beginnen zu können. Sie wird fast eine halbe Million Euro kosten, (hw)
Auszeichnung des OrgelMarathons als „ausgewählter Ort 2010". Laudatorin Sandra Lemke-Otto von der Deutschen Bank, Frauenkichenkantor Matthias Grünert und der Vorsitzende des Vereins „Kirchenklang" Andreas G. Seidel (v.u.). Foto: Weiske 21. August blitzbunkt Erzgebirge
Das Programmheft kann man unter folgendem Link herunterladen:
http://www.orgel-information.de/Termine/Orgeltage/2010/Orgelarena/orgelarena_erzgebirge/Programmheft.pdf
Donnerstag 12.8.
1. 12.00 Freiberg, St. Petri, Eröffnung
2. 14.00 Conradsdorf
3. 15.00 Niederschöna, St. Annen
4. 16.30 Frankenstein
5. 17.30 Oederan, Liebfrauenkirche
6. 19.00 Augustusburg, Schloßkapelle
7. 21.00 Drebach
Freitag, 13.8.
--------10.30 Empfang Orgelbau Wünning
8. 12.00 Großolbersdorf
9. 14.30 Jahnsbach, Kreuzkirche
10. 15.30 Auerbach
11. 16.30 Thalheim
12. 17.30 Zwönitz, St. Tinitatis
13. 19.30 Aue, Friedenskirche
14. 20.30 Lößnitz, St. Johannis
15. 21.30 Hartenstein
Samstag, 14.8.
16. 10.00 Cämmerswalde
17. 11.00 Neuhausen
18. 12.00 Seiffen
19. 14.30 Zöblitz
20. 15.30 Lauterbach, Heilandskirche
21. 16.30 Wolkenstein, St. Bartholomäus
22. 17.30 Ehrenfriedersdorf, St. Niklas
23. 18.30 Annaberg, St. Annen
24. 20.30 Jöhstadt, St. Salvator
25. 22.00 Mauersberg, Kreuzkapelle
Sonntag, 15.8.
26. 10.00 Brand-Erbisdorf
27. 11.00 Weigmannsdorf
28. 12.00 Lichtenberg
29. 14.30 Helbigsdorf
30. 15.30 Zethau, St. Elisabeth
31. 16.30 Großhartmannsdorf
32. 17.30 Großwaltersdorf
33. 19.30 Lippersdorf
34. 20.30 Mittelsaida, Wehrkirche
35. 21.30 Dörnthal, Wehrkirche
Montag, 16.8.
36. 12.00 Zschopau, St. Martin - Eröffnung „Deutschland-Land der Ideen“
37. 14.00 Lengefeld, Zum Heiligen Kreuz
38. 15.00 Forchheim
39. 16.00 Großrückerswalde, Wehrkirche
40. 17.30 Annaberg, Christliches Gymnasium
41. 18.45 Crottendorf, Heilige Dreifaltigkeitskirche
42. 20.00 Schwarzenberg, St. Georgen, Abschluss
Projektleiter: Andreas Seidel, Verein Kirchenklang e.V.
Tel. 03661 433330, Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.

















